Überindividualisiert

Ihr denkt ihr könntet hier alles machen
Ich bin es ehrlich satt
Das hier ist niemandens Eigentum
Es ist nicht eure sondern unser aller Stadt

Ich schreibs in großen Buchstaben
An jede kahle Wand
Ihr seid zu still
Schreit "Freiheit!" braucht dieses Land

Sind wir nicht alle individuell und doch gleich?
Egal ob farbig oder bleich?
Scheiße, shit, merde
Letzendlich sind wir alles Menschen dieser Erde

1 Kommentar 17.8.10 02:12, kommentieren

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Kritik am Selbst

Ich kanns nicht mehr ertragen
Euch ständig zu sehen
Eure Visagen
Verhangen mit Masken
Getränkt in Lügen

Augenbinde an
Und raus
Ich muss euch nicht sehn
Ich will ohne euch durch diese Welt gehn

Zerreist euch die Münder
Zerrt an euren Ohren
Eure Lippen platzen
Eure hässlichen Fratzen

Augenbinde an
Und raus
Muss das alles nicht mehr sehn
Wie sie sitzen wie sie stehn
Muss das alles nicht ertragen

Die falschen Küsse
Geheuchelte Umarmungen
Natzihaltung
Massenmord

Augenbinde an
Und raus
Krieg davon garnichts mehr mit
Wie angenehm ist diese Welt
Ohne die ganze Angst und Lüge

Lautes Knallen
Hilflose Schreie
Leute rennen
Andere hinterher

Alle Blind
Folgen einer Stimme
Tu dies, tu das
Ansonsten passiert was
Angst die Augen zu öffnen

Reiß die Binde runter und schreie
Und für einen Moment
War die Welt in ordnung

Die Leute unterhalten sich
Pärchen kuscheln
In der Gasse wird ein neuer Krimi gedreht
Die Sonne scheint
Und da hinten lachen Kinder

Augenbinde aus
Und raus

Augen verschließen macht Blind!

1 Kommentar 16.8.10 16:06, kommentieren

Haarfarbe und Rotwein

oder
Der ultimative Warentest.

Die Überschrift hat für einige Nachrichten gesorgt ob ich denn völlig plem plem wäre...die Haarfarbe wird nicht besser wenn ich nebenher Rotwein trinke. Ich würde höchstens den Rest von mir und der Wohnung auch noch rot kriegen.

Danke für den Hinweis.
Ich habs trotzdem probiert.

Von diesem...halb realem Ereignis mag ich berichten.


Also man nehme:
Eine Packung Haarfärbemittel
Drei Flaschen Rotwein
Eine Priese depressive Laune ;-)


Also erstmal ein Glas Rotwein einschütten.
Exen.
Damit hätten wir eine Grundlage für einen gelungenen Abend geschaffen. Darum gehts aber garnicht. Schließlich wollte ich die Haare färben. Also noch ein Glas einschütten und anfangen die Gebrauchsanweisung zu entfallten.

Naturhaarfärbemittel
Besonders verträglich für die Haut
Bla
Bla
Mit kochendem Wasser anrühren
Bla
Mahagonirot
Ect. pp.
*Schluck vom Wein*
Blubb
Besseres Farberlebnis mit schwarzem Tee oder Rotwein statt des Wassers.


Es verspricht interessant zu werden. Der Rest vom Rotwein wird aus dem Glas in den Kochtopf geschüttet und auf die Herdplatte gestellt.
Neues Glas einschütten und anfangen eine gute Stunde daran zu nippen und gespannt auf den Kochtopf zu schauen.
Nichts.

Achja...
Herdplatte anschalten, weiternippen.
Der Rotwein fängt an überzukochen. Aus schock aufspringen, Rotwein exen, Topf von der Herdplatte nehmen.

Wir schielen in die Verpackung der Haarfarbe. Ne Tüte.
Aufreissen und den anfänglichen Gerucht von frischem Gras genießen. Spinat?
Wir legen den Kram beiseite, noch ein Glas einschütten, randvoll, irgendwie muss man ja ein wenig Zeit sparen.

Gut...den Inhalt der Tüte...also das spinatgrüne, frisch gemähte Gras kippen wir nun stoßweise in den heißen Rotwein.

Ausserdem dem Rotwein ist eigentlich noch garnichts rot..der TÜteninhalt ist grün und beim Vermengen der zwei sich nicht wirklich liebenden Substanzen entsteht was?
Genau
Jeder mit gesundem Menschenverstand wüsste das wenn man frisch gemähtes Spinatgras mit aufgekochtem Rotwein mischt Schokopudding entsteht.

Lecker...also stecken wir den Löffel tief in die herlich warme Masse und STOP
Dann doch lieber erst den Rest der Flasche exen.
Ja wie leer?
Wir ziehen den Korken der zweiten Flasche und nehmen einen kräftigen Schluck. Sowas kann man ja nicht unangebrochen stehen lassen.

Zurück zum Pudding...der Geruch schreckt dann doch etwas ab...der Schokopudding richt natürlich nach Spinat...sollte man sich patentieren lassen. Als Gesunde alternative...für die Ökos...und ihre Kinder. Popey der Hippi ;-) Ich wusste es. Hinter dieser harten Spinatschale steckt ein weicher Schokopudding Kern.

Darauf trinken wir. Prost.
Den Pudding und die Flasche nehmen wir mit ins Bad.
Das Zeug muss jetzt irgendwie in die Haare..möglichst sorgfälltig, Strähne für Stähne. Allerdings fehlt noch die Überwindung da reinzufassen. Noch ein paar Schlücke Wein sollten Abhilfe schaffen.

So wie war das?
Wir packen und eine Hand voll Pudding und klatschen es auf den Kopf. Komisches Gefühl. Mir hat gerade ein Puddingadler auf den Kopf geschissen. Zumindest sieht man ihn deutlich durch die Wand fliegen. Auf den Schock nen Schluck.
Dann massieren wir das Zeug doch mal ein...so schlimm wirds schon nicht werden. Der wird sein Geschäfft ja nicht ohne Grund auf meinen Kopf gelegt haben.
Teile bröckeln hinab. Die werden natürlich aufgehoben und wieder dazugeschmiert. Wenn alles gleichmässig verteilt ist und auch die zweite Flasche gänzlich geleert ist setzen wir uns ein Plasikhäubchen auf. Naja wir versuchens. Die Hände wollen nicht mehr wie der Kopf. Genervt entledigen wir uns der Haube. Brauch doch kein Mensch.

Zurück in der Küche greifen wir im dritten Anlauf die dritte Flasche Rotwein. Scheiß Öffner ist schon wieder weggelaufen. Mit dem Flaschenhals schlagen wir nach dem Öffner. Oh wunder. Das Ding is jetzt sogar selbstöffnend. Hoffen wir das er auch die Scherben auf dem Boden wegfegt. Wir Prosten stolz auf den Flaschenöffner. Niemals was so dolles gesehn.
Wir prosten auf uns. Warum habsch vergessn. Prostn auf den Geier. Wennsch dich erwische gebsch dir ein'n aus.

2 Stunden warten...Einwirkzeit...der Pudding muss vor verzehr noch abkühlen. Sitzn vorm Spiegel und prosten uns zu. Scheiße hasu da aufm Kopf...die Nachbarn vernehmen leises trällern ala "Du hascht die Haare schööhöhön!" bis hin zu einem großem Klirren nach "Maschst du mis an?"

Unsere Hand blutet...warum?
Na weil der Arsch aus der Wand uns blöd angelallt hat und im gleichen moment zugehaun hat wie wir.
Arsch.

Die restliche halbe Stunde verbringen wir damit Scherben aus der Hand zu ziehen und mit Rotwein zu desinfizieren. Den wir natürlich abschlürfen wenn er seine Arbeit verrichtet hat.

Wieder ab ins Bad. Fünf mal ist die blöde Tür jetzt ausgewichen aber nicht. Nachdem ich dann versuche habe die Wand zu erwischen ist die Tür mir in die Falle gegangen. HA!

Wir lassen Wasser über unsren Kopf fließen...das Zeug das von unserem Kopf kommt sieht fast so wiederlich aus wie das Zeug das aus unserem Kopf kommt. Ein lachen. Wie schön das unser Magen mit unseren Haaren mitleid hat. Nach ner gefühlten wasserfallstunde werden wir von einem Handtuch angegriffen können das ganze aber erfolgreich abwehren und torkeln ins Schlafzimmer.

Der Blick in den Spiegel verrät
Der Typ der uns grad schonmal verkloppt hat steht schon wieder da und schaut bedrohlich. Dem seine Hand Blutet auch. HA!
Der Rotwein hat enorm geholfen das Farberlebnis zu intensivieren. Das Produkt bekommt keine Kaufempfehlung denn das mit dem Rot in der Verpackung war ne Lüge.
Ich bin blau!

2 Kommentare 11.8.10 02:22, kommentieren

Zwieschrift - Der Andere

Ich hebe die Hand
Du hebst die Hand
Ich drehe mich zur Seite
Du tust es mir gleich
Ich schließe kurze Zeit die Augen
Öffne sie und du bist immernoch da

Du bist mir so ähnlich
Und doch so gänzlich anders

Wir starren uns an
Atmen im gleichen Takt
Wir begrüßen uns mit einem Nicken
Ist meine Welt
Wie deine Welt?
Existierst du überhaupt?

Wir sind völlig verschieden
Und doch eins

Du lächelst
Ich möchte weinen
Du lachst
Ich mag schreien
Du machst
Aber ich will nicht

Dein Gesicht gleicht meinem
Deine Gesten wieder meinem Willen

Ich berühre deine Haut
Kalt und glatt
Du imitierst mich
Dein Lächeln ist falsch
Da ist eine Frau hinter dir
Sie schüttelt mit dem Kopf


"Schatz, ich muss mir die Haare machen, lass mich auch mal an den Spiegel!"



4 Kommentare 29.6.10 11:23, kommentieren

Zwischenschrift - Willkommen

Willkommen in meiner Welt
Die mir ohne euch so gut gefällt

Irgendwann, da dringt ihr ein
Endlich nicht mehr ganz allein

Ihr zerhackt, zerschlagt was ihr hier seht
Fragt ihr euch eigentlich wie es mir dabei geht?

"Ist ja alles kaputt an diesem Ort!"
Sagtet ihr und geht endlich fort.

Nehme all den schmerz in kauf
Baue hier alles wieder auf.

In meiner Welt wieder allein
Es klopft, ihr wollt wieder hinein.

1 Kommentar 28.6.10 13:23, kommentieren

Bahnfahrt Teil 1

Literarische Spaziergänge. Ätzend.
Wie wäre´ s mit ´ner Bahnfahrt. Nicht Schritt für Schritt durch den Wald, isoliert vom Rest der Welt. Sondern Vollgas mit dem Zug, ab und an aus dem Fenster schauen und an jeder zweiten Haltestelle vorbei rasen. Ganz so wie´ s die Bahn vormacht.

Eine Liebesgeschichte?
Vielleicht doch Mord und Todschlag?
Wir sind nur die Aussenstehenden.
Beobachten wir doch eine Fahrt lang die hübsche Blonde und den schüchternen Brillenträger?

Wir fahren los. Sie steckt sich Stöpsel ins Ohr, er holt ein Buch heraus. Ihr Handy klingelt. Stöpsel raus, Klingeln ans Ohr.
Er blättert um.
"Scheiße". Date geplatzt, Abend gelaufen.

Draußen rauschen landschaftliche Eindrücke an uns vorbei. Wen interessiert´ s.

"Hast du ne Zigarette für mich?" Er klappt das Buch zu. Reicht ihr eine Zigarette und Feuer. Ihre Blicke treffen sich. Er wird rot und zündet sich selbst eine an.

Stopp.

In Zügen darf nicht geraucht werden. Nun, wir wollen ja nicht stören, höflich sein und vor allem keine auf´ s Maul bekommen.

Vor allem ältere Menschen steigen hier besonders langsam aus. Nur um die Dramatik des Augenblicks ins unermessliche zu steigern.
Danke dafür.
Andere Leute steigen ein und bekommen den Drang sich eine verflixte Zigarette anzuzünden.

Weiter geht´ s.
"Danke". Er nickt nur und schlägt das Buch wieder auf. Sie dreht ihr Handy auf. Yeah „Lena“. Bockmist. Genervter Blick von ihm über die Brille hinweg, wirkt direkt viel lässiger so.
"Ist was?"
Er schaut auf´ s vermeintlich tanzende Handy. Sie ignoriert´s.

"Du blöde ignorante Ziege!" "Du spießiger Streber!"

Nein natürlich nicht. Hat zumindest keiner gehört, weil sich alle lauthals aufregen dass hier nicht gehalten wurde.
Allgemeines Stöhnen, Zigarette im Mund, synchrones Feuerzeugklacken, noch unterwegs.

"Die Fahrausweise bitte!"
Katsching! Wir sind um 40 € ärmer. Fahrscheine sind was für Streber.

"Die Fahrausweise bitte!"
Sie nestelt an ihrem Handy rum. Er zeigt sein Ticket.
Kurzes Zögern.
"Sie fährt bei mir mit."
Entsetzen.
Schweigen.

Der Kontrolleur verschwindet aus unserem Leben.
Arsch. Ich will mein Geld wieder

2 Kommentare 10.6.10 23:01, kommentieren

4 Jahre oder Wie "Du Arsch..." mich zurückgeführt hat

Oh, ja über 4 Jahre sind jetzt vergangen und der Text ist immernoch einsam...anscheinend wusste ich wirklich nicht was ich schreiben soll.
Das ändern wir jetzt...darf ja nichts vereinsamen hier...respekt an Myblog das sie nach 4 Jahren nichts löschen...spricht das für oder gegen euch? Ich weiß es nicht.

Danke an Bo. Ohne den Verrückten hätte ich hier garnicht wieder her gefunden und es war nichteinmal seine Absicht. Satzfetzen wie "Du Arsch..." machen mich halt neugierig...:-P


Nun...kurze Rede noch weniger Sinn das eine war ein Anfang, das hier auch.


Ich danke allen Ungerechtigkeiten und Vollidioten dieser Welt
Ihr animiert mich ;-)

Seid laut!
Der Sala

1 Kommentar 10.6.10 10:10, kommentieren